EXZENTRISCHE SPORTMOTIVE

Exzentrische Sportmotive

Phoenix, Nr 3, August 2015, Seite 22

Fabian Kiepenheuer, Lukas Wolfensberger

„Fabian Kiepenheuer und Lukas Wolfensberger wollten keine Fotografen sein – und dennoch sorgten die Schweizer Architekten mit ihren Bildern für Furore.

Auf einer mehrwöchigen Studienreise, welche die beiden 2013 durch die Ukraine, Georgien und Armenien führte, fotografierten sie bis anhin nur teilweise oder gar nicht dokumentierte Bauwerke, darunter auch einige bizarre Sportstätten.

Am Anfang des Projekts stand Kuba, genauer gesagt ein Baseballstadion in Havanna mit seinen speziellen Farben und Formen. Ein an sich einfaches, aber auch hinreissendes Architekturmotiv. Für die zwei Architekturstudenten am Studio Basel war dies der Auftakt zu einer intellektuellen Auseinandersetzung mit den Strukturen des real existierenden Sozialismus. Und dies auch über das Studium hinaus.

Nach dem Diplom und mit dem Ernst- Schindler- und dem Erich-Degen-Stipendium in der Tasche, bereisten Kiepenheuer und Wolfensberger die Ukraine, Armenien, Georgien und später auch den Südosten Chinas – stets auf der Suche nach faszinierenden, unbekannten Architekturmotiven.

Ausgangspunkt für die einzelnen Etappen war dabei stets eine Universität. Denn auch wer die Landessprache nicht versteht, wird hier jene Menschen finden, welche die lokale Architektur kennen. Ausserdem finden sich hier immer auch aussergewöhnliche Architekturbilder, die man wortlos einem Taxifahrer zeigen kann, der einen sicher ans Ziel bringt.

Einmal dort angekommen, gilt es, seine eigenen Bilder zu machen. Und dies auch unter abenteuerlichen Umständen, wo ein hinter dem Rücken geschossener Schnappschuss zuweilen das einzig Verwertbare ist, was man mit nach Hause nehmen kann.

Nach der Rückkehr in die Schweiz wurden die Architekturfotografien übrigens in Zürich in der Galerie Werner Bommer ausgestellt und fanden nicht nur grossen Anklang, sondern auch grosszügige Käufer. Die Publikation zur Ausstellung ist leider vergriffen. Deshalb zeigt PHOENIX hier als pass pro toto ein paar Mütterchen.“