32 EIN INTERVIEW MIT RICARDO PORRO

Ein Interview mit Riccardo Porro

Interview, 210′, Paris, 2007

Fabian Kiepenheuer, Lukas Wolfensberger

Link: ETH Studio Basel

Ricardo Porro baute nach dem Abschluss seines Studiums mehrere von dem Werk Ludwig Mies van der Rohes inspirierte Villen in Havanna, bereiste dann Europa und kehrte im Jahr 1960 nach Kuba zurück. Dort baute er zwei für seinen neuen Stil emblematische Gebäude: die Kunstschule und die Schule für modernen Tanz in Havanna.

Im Jahr 1966 ging er in das dauerhafte Exil nach Frankreich, wo er in Paris, Lille und Strasbourg Kunst- und Baugeschichte unterrichtete. In dieser Zeit schuf er zahlreiche Entwürfe, die zwar nicht verwirklicht, deren Skizzen und Modelle jedoch vielfach ausgestellt und durch Publikationen und Fotos verbreitet wurden.

Gemeinsam mit dem jungen französischen Architekten Renaud de la Noue, mit dem er sich im Jahr 1986 beruflich zusammenschloss, verwirklichte er – hauptsächlich in der Île-de-France – zahlreiche Bauwerke, insbesondere für die Schulbehörde, darunter die Universitätsresidenz und die Realschule der Planstadt (ville nouvelle) Cergy.

Ricardo Porros skulpturenartige Bauwerke, die der Organischen Architektur zugerechnet werden können, sind häufig von der Natur, dem menschlichen Körper, Tieren und Bäumen inspiriert. Sie zeichnen sich durch ungewöhnliche Expressivität und Phantasie aus. In der Regel bestehen sie aus mehreren kleineren Einheiten, die um einen oder mehrere Plätze gruppiert sind und einem kleineren urbanistischen Projekt gleichen.